Wann muss ich in die Notaufnahme?

In der Notaufnahme werden vorrangig lebensbedrohliche Notfälle behandelt. Leider kommt es in den Notaufnahmen in Krankenhäusern immer wieder zu langen Wartezeiten. Ein Grund dafür ist, dass die Notaufnahmen aufgesucht werden, obwohl dies medizinisch nicht immer erforderlich ist und die Patienten ebenso gut vom ärztlichen Bereitschaftsdienst versorgt werden könnten.

Beispielfälle, die in der Notaufnahme versorgt werden:

  • lebensbedrohliche Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • Verletzungen wie Schnitt- und Platzwunden, Knochenbrüche oder Verbrennungen
  • akute und anhaltende stärkste Schmerzzustände
  • Unfälle mit Verdacht auf starke Verletzungen
  • starke, nicht stillbare Blutungen
Notrufnummer 112

 

 

Generell gilt bei akuten Notfallsituationen, in denen direkte Hilfe geleistet werden muss, die 112 zu wählen.

Patientenversorgung

Folgende Patienten können uneingeschränkt aufgenommen und versorgt werden:
  • Unfallchirurgische Patienten: Patienten ab vollendetem 3. Lebensjahr
  • Polytraumatisierte Patienten: Zertifizierung als lokales Traumazentrum liegt vor. Zuweisung entsprechend der Richtlinien der DGU
  • Strangulation („Erhängte“ Patienten): Anmeldung als Trauma-Patienten über Unfallchirurgie (UCH)
  • Abdominalchirurgische Patienten: Patienten ab vollendetem 7. Lebensjahr
  • Internistische Patienten:  Alle Erwachsenen und Jugendlichen ab vollendetem 14. Lebensjahr 
  • Akutes Koronar-Syndrom: Herzkatheter-Labor verfügbar
  • Gastrointestinaler Blutung: 24-Stunden Endoskopie-Bereitschaft verfügbar
  • Gynäkologie / Geburtshilfe: Gynäkologische Patienten ab vollendetem 14. Lebensjahr. Bevorstehende Geburt ab Beginn der 36.SSW (35.SSW + x) Schwangere unabhängig vom errechneten Geburtstermin 
  • Schlaganfall-Patienten: Lyse-Option verfügbar, Schlaganfall-Einheit seit 2015 verfügbar
Folgende Patienten können lediglich eingeschränkt aufgenommen und versorgt werden:
  • Entbindungen unterhalb der 36. SSW vorzugsweise mit angeschlossener Kinderklinik/Neonatologie
  • Polytraumatisierte Patienten: Traumazentrum, abhängig vom Verletzungsmuster und Logistik. Das Klinikum ist hierbei als lokales Traumazentrum zertifiziert.
  • Arbeits-und Wegeunfällen können primär in unserem Klinikum versorgt werden. Sollte sich im Verlauf herausstellen, dass es sich um eine Verletzung nach Schwerstverletzungsartenverfahren handelt, so kann der Patient anschließend sekundär in ein zugelassenes Krankenhaus weiterverlegt werden.
Folgende Patienten können nicht umfänglich versorgt werden:
  • Schweres Schädel-Hirn-Trauma
  • Medizinische Klinik: Kinder vor vollendetem 14. Lebensjahr
  • Unfallchirurgische Klinik: Kinder vor vollendetem 3. Lebensjahr

Ärztlicher Bereitschaftsdienst

Für die Versorgung der ambulanten Notfallpatienten sind die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte zuständig. Dies gilt auch für akute Erkrankungen und kleinere Verletzungen, die keiner stationären Aufnahme bedürfen. Hierfür stehen die Arztpraxen zu den üblichen Öffnungszeiten sowie der ärztliche Bereitschaftsdienst zur Verfügung. 

Beispiele für Erkrankungen, die vom ärztlichen Bereitschaftsdienst versorgt werden können:

  • Erkältung mit Fieber, höher als 39 °C
  • anhaltender Brechdurchfall bei mangelnder Flüssigkeitsaufnahme
  • starke Hals- oder Ohrenschmerzen
  • akute Harnwegsinfekte
  • kleinere Schnittverletzungen, bei denen ein Pflaster nicht mehr reicht
  • akute Rückenschmerzen
  • akute Bauchmerzen
Kontakt zum ärztlichen Bereitschaftsdienstes

Der Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) am Städtischen Klinikum findet derzeit nicht statt. Bitte wenden Sie sich unter 116117 direkt an den Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen.

Sie sind immer noch unsicher, wohin Sie müssen?

Sollten Sie nicht sicher sein, ob die Bereitschaftsdienstpraxis Wolfenbüttel die richtige bzw. nächstgelegenste Praxis in Ihrer Gegend ist, erhalten Sie unter der Rufnummer 116 117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes schnell und unkompliziert die ärztliche Hilfe, die Sie benötigen.

Auf der Webseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung können die Kontaktdaten und Rufnummern der deutschlandweit über 600 ärztlichen Bereitschaftspraxen direkt eingesehen werden.

 

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