Was ist Ethik?

Ethik (griechisch ēthikē „das sittliche [Verständnis]“) ist ein Teilgebiet der Philosophie und befasst sich mit dem menschlichen Handeln und einer Bewertung seiner Motive.

Ethik definiert allgemeine Prinzipien guten Handelns oder ethischen Urteilens für bestimmte Problemsituationen. Die Anwendung dieser Prinzipien auf den einzelnen Fall ist allerdings immer Aufgabe der praktischen Urteilskraft und des geschulten Gewissens jedes Einzelnen.

Die Ethik in der Medizin als besondere Form der Ethik hat sich gemeinhin folgende grundlegende Ziele gesetzt:

  • Fürsorge und Hilfeleistung zum Wohlergehen des Menschen, 
  • das Verbot zu schaden („Primum non nocere“),  
  • das Recht auf Selbstbestimmung des Patienten (Autonomie) sowie
  • Gleichheit und Gerechtigkeit für alle Patienten.
Ziele und Aufgaben

All diese Ziele stehen unter dem Grundprinzip der Menschenwürde von Patienten. Die Medizinethik nimmt einen hohen Stellenwert ein, da es insbesondere im Bereich der Intensivmedizin, der Onkologie, der Palliativmedizin und Gynäkologie und Geburtshilfe um die Grenzlinien von Gesundheit und Krankheit bzw. Leben und Tod geht.

Fragen wie das Selbstbestimmungsrecht und Patientenverfügungen, die Ethik am Lebensanfang und am Lebensende, ethische Fragestellungen in der Wissenschaft (z. B. Embryonenforschung), aber auch die Frage, was Medizin kosten darf und muss, sind inzwischen alltäglich in der Medizin.

Sinn und Zweck des Ethikkomitees am Krankenhaus

Seit 2009 ist am Städtischen Klinikum Wolfenbüttel ein Ethikkomitee etabliert. Es fungiert als Ansprechpartner für ethische Fragestellungen, führt ethische Fallbesprechungen durch, diskutiert grundlegende ethische Probleme am Krankenhaus und entwickelt ethische Standards für bestimmte Problembereiche im Krankenhaus (z. B. PEG-Anlage bei dementen Patienten).

Kontakt

Das Ethikkomitee tagt vier Mal jährlich und hat derzeit neun ständige Mitglieder von inner- und außerhalb des Klinikums, darunter Geschäftsführer Axel Burghardt, die Chefärzte Prof. Dr. Kinan Rifai und Matthias Buhles, zwei Mitarbeiter aus der Pflegedienstleistung (Ralf Harmel und Wenke Lubosch),  die ehemalige Patientenfürsprecherin Doris Liefner, der ehemalige Verwaltungsdirektor Klaus Salge und die aktuelle Patientenfürsprecherin Angelika Weihe sowie die leitende Amtsrichterin Bettina Niemuth. Das Ethikkomitee wird seit 2012 von Prof. Dr. Rifai, dem Chefarzt der Klinik für Innere Medizin - Gastroenterologie, geleitet. Stellvertreter ist Pflegedirektor Ralf Harmel.

 

Seit 2009 gibt es am Städtischen Klinikum Wolfenbüttel ein Ethikstatut. Dieses hat folgende Grundprinzipien für alle Mitarbeiter und Patienten des Klinikums festgelegt:

Das Ethikstatut des Städtischen Klinikums Wolfenbüttel
  • Die Menschenwürde und Autonomie jedes einzelnen Patienten hat Vorrang vor allem Anderen.
  • Wir sorgen für eine gerechte Behandlung aller unserer Patienten.
  • Neues Leben begrüßen wir freudig und achtsam.
  • Die aufmerksame, individuelle Begleitung unserer Patienten verstehen wir als unsere Aufgabe.
  • Wir beziehen unsere Mitarbeiter ein.
  • Wahrheit hat im Umgang mit dem Patienten Vorrang.
  • Schmerzbehandlung ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt von Würde und Selbstbestimmung.
  • Eine sorgfältige Festlegung der Therapieziele gewinnt am möglichen Ende des Lebens eine besondere Bedeutung.
  • Sterbebegleitung ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.
  • Mit dem Körper des verstorbenen Patienten gehen wir jederzeit sorgsam um.

Kontakt

Kontakt über alle Mitglieder des Ethikkomitees oder über das Sekretariat der Klinik für Innere Medizin - Gastroenterologie:

Maike Schulz

Tel.: 05331 934-3201
Fax: 05331 934-3202

E-Mail: gastroenterologie@khwf.de

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