Presse

Optimale Herzinfarktversorgung in Stadt und Landkreis Wolfenbüttel

Wolfenbüttel. Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute, denn die Ursache ist ein plötzlicher Verschluss einer Herzkranzarterie. Durch sofortiges Öffnen des Verschlusses mittels Herzkatheter kann der Infarkt gestoppt und Herzmuskelgewebe gerettet werden. Diese Behandlung kann aber nur in einem entsprechend ausgerüsteten Krankenhaus erfolgen. Wie sich die Versorgungslage in Stadt und Landkreis darstellt, hat das Städtische Klinikum Wolfenbüttel in einer Studie untersucht.

Was bedeutet ein Herzinfarkt für Patienten, die in weiter Entfernung eines Krankenhauses leben und somit lange Anfahrtswege auf sich nehmen müssen? „Wir wollten genau wissen, wie es um die Versorgung für die ländliche Bevölkerung mit langen Anfahrtswegen bestellt ist“, erklärt der Chefarzt für Kardiologie, Prof. Dr. med. Dirk Hausmann. „Dazu haben wir die Abläufe bei fast 1.000 Infarktpatienten aus Stadt und Landkreis der vergangenen 15 Jahre in einer Studie genau verglichen.“

Die Resultate: Patienten aus dem Landkreis sind zwar deutlich später im Krankenhaus. Sie wählen aber häufiger den richtigen Weg ins Klinikum - nämlich den Anruf des Notarztes. Dadurch erhalten sie eine schnellere Versorgung. Stadtbewohner nehmen laut Ergebnissen der Studie leider häufiger den falschen Weg, und begeben sich selbstständig ins Krankenhaus und das oftmals sogar zu Fuß. Am Ende war der Behandlungserfolg in beiden Gruppen gleich gut.

„Das Ergebnis zeigt ganz klar: Herzinfarktpatienten aus dem Landkreis Wolfenbüttel haben keine schlechtere Behandlung als Patienten, die in der Nähe des Klinikums leben“, stellt Hausmann erleichtert fest.

Der Chefarzt der Kardiologie gehört dem Lehrkörper der Medizinischen Hochschule Hannover an und leitete in Kooperation mit der dortigen kardiologischen Abteilung die Untersuchung. Die Arbeit wurde jetzt von der Medizinischen Hochschule Hannover besonders ausgezeichnet. Hausmann war selbst langjährig an der Medizinischen Hochschule tätig, bevor er im Jahr 2000 als Chefarzt nach Wolfenbüttel kam. „Wir haben in Wolfenbüttel vor allen anderen Krankenhäusern der Region eine Herzkatheter-Bereitschaft rund um die Uhr eingerichtet“, betont der Chefarzt.

Hintergrund der Studie

Die wissenschaftliche Studie wurde im Rahmen einer Doktorarbeit durchgeführt. Doktorand Roland Michalski hatte zunächst die Krankenpflegeausbildung absolviert. Nach dem Medizinstudium an der Universität Göttingen hatte er als Assistenzarzt in der Inneren Medizin und Chirurgie am Klinikum Wolfenbüttel gearbeitet. Im nächsten Jahr will sich Michalski dann als Allgemeinmediziner in einer Praxis niederlassen, nun auch mit einem Doktortitel.

„Wir bieten die Ausbildung zum Allgemeinmediziner und wollen damit auch die hausärztliche Versorgung fördern“, betont der Geschäftsführer des Klinikums, Axel Burghardt. „Das Programm erfolgt in Kooperation mit der Ärztekammer Niedersachsen“, so Burghardt.

Städtisches Klinikum Wolfenbüttel
Telefon: 05331 934-0
E-Mail: info@klinikum-wolfenbuettel.de
Telefax: 05331 934-444