Zu den Inhalten springen

Beckenchirurgie

Die Behandlung von Beckenverletzungen ist auch heutzutage noch anspruchsvoll und komplikationsreich. Nicht nur die komplizierten anatomischen Gegebenheiten sondern auch die häufig anzutreffenden lokalen und allgemeinen Begleitverletzungen erschweren das primäre Management und die definitive Therapie.

Das Becken besteht aus dem Kreuzbein sowie den im Laufe der Entwicklung zu einem Knochen fusionierten Darm-, Sitz- und Schambein. Diese Knochen sind vorn in der Symphyse sowie in den Kreuz-Darmbeingelenken beweglich miteinander verbunden und bilden einen stabilen „Ring“, der einwirkende Kräfte nach oben in die Wirbelsäule oder nach unten in die Beine ableitet.

Verletzungen des Beckens können dieses stabile Ringsystem unterbrechen. Brüche des vorderen Beckenringes (Scham- und Sitzbein) sind häufige Verletzungen des höheren Alters, können jedoch aufgrund der verbleibenden stabilen Situation des Beckens in der Regel konservativ behandelt werden.

Ist dagegen der hintere Beckenring oder das Kreuzbein mitbetroffen, so kann das Ringkonstrukt des Beckenringes instabil werden. Eine mögliche Folge ist eine Höhenverschiebung der frakturierten Beckenhälften.

Zur genauen Diagnostik der Beckenverletzungen ist neben der konventionellen Röntgendiagnostik die Schnittbildgebung mittels Computertomographie nicht mehr wegzudenken. Durch Rekonstruktionen in verschiedenen Ebenen kann der Bruchverlauf genau dargestellt und analysiert werden. Anhand dieser Daten kann eine Entscheidung über das weitere therapeutische Regime getroffen werden.

Transforaminale Kreuzbeinfraktur im CT.

Der Leiter der Klinik, Dr. Th. J. Hockertz hat zur minimal-invasiven Versorgung der instabilen Beckenringfraktur eine spezielle Platte entwickelt, die in zunehmendem Masse zur standardisierten Versorgung dieser Verletzungen benutzt wird.

Polytraumatisierte Patientin. Versorgung der Sacrumfraktur mit winkelstabiler ileo-iliacaler Platte

Die komplexe Beckenverletzung ist dabei eine eher seltene Verletzung. Nur etwa 1 - 2 % aller Beckenfrakturen gehen mit akut lebensbedrohlichen pelvinen Blutungen einher. In diesen Fällen kann jedoch nur eine sofortige Intervention unter Anwendung eines prioritätenorientierten Diagnostik- und Therapiekonzeptes das Leben des schwerstverletzten Patienten retten.

Frakturen der Hüftgelenkspfanne (Acetabulum) stellen als Gelenkfrakturen stark belasteter Gelenke auch heute noch höchste Anforderungen an Management und Therapie. Verbleibende Fehlstellungen sowohl nach operativer als auch konservativer Therapie münden beinahe zwangsläufig in einer posttraumatischen Arthrose mit entsprechenden klinischen Beschwerden, wie Belastungsschmerzen, Mobilitäts- und Bewegungseinschränkungen.

Rekonstruktion einer Acetabulumfraktur.

KTQ - KTQ-Reha - DIN ISO
Nahezu alle Einrichtungen im Sana-Verbund sind inzwischen zertifiziert.