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Alterstraumatologie

In Deutschland waren im Zeitraum von 2002 bis 2004 jährlich über 200.000 stationäre Behandlungen aufgrund einer Verletzungen von Patienten im höheren Lebensalter in Deutschland zu verzeichnen. Der demographische Wandel der Bevölkerung wird dazu führen, dass beispielsweise im Jahr 2050 jeder Dritte in Deutschland 60 Jahre oder älter sein wird. Parallel hierzu wird die Häufigkeit von typischen Verletzungen des Alters bedingt durch eine osteoporotische Schwächung des Knochens zunehmen.

Osteoporose:
Abnahme der Knochensubstanz

Dieses bedeutet eine gewaltige Kostensteigerung der Behandlungen in den kommenden Jahren.

Aufgrund der enormen medizinischen und ökonomischen Bedeutung wurde die Arbeitsgemeinschaft für Alterstraumatologie (im Rahmen der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie) gegründet. Chefarzt Dr. Hockertz ist konstituierendes Mitglied dieser Arbeitsgemeinschaft.

Ziel ist die Erfassung der Versorgungsrealität der Alterstraumatologie in Deutschland sowie die Erarbeitung eines einheitlicher Klassifikationssysteme bei speziellen Verletzungen im Alter sowie die Entwicklung von Algorithmen zur Behandlung.

Aufgrund der besonderen biologischen Voraussetzungen kommt es bei älteren Menschen zu typischen Verletzungen und Knochenbruchformen. Die Verletzung der Hüfte und des hüftnahen Oberschenkels ist am häufigsten. Im Bereich der oberen Extremität ist der handgelenksnahe Speichenbruch sowie der Bruch des Oberarmkopfes die häufigsten Verletzung. Hand- und Fußverletzungen sind selten.

Versorgung einer Oberarmkopffraktur mittels inkelstabiler Plattenosteosynthese

Auf die Gesamtbevölkerung von Deutschland hochgerechnet, werden jährlich über 300.000 Knochenbrüche bei Patienten im höheren Lebensalter stationär therapiert.

Da es gerade für diese Patienten besonders wichtig ist, schnell wieder das alte Aktivitätsniveau zu erreichen und eine drohende Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, werden besondere Operationsverfahren und modernste Implantate eingesetzt.

 

 


Distale Radiusfraktur mit streckseitiger Trümmerzone. Versorgung mit winkelstabiler Radiusplatte.

Der Patient im hohen Lebensalter leidet häufig an mehreren Erkrankungen und benötigt eine interdisziplinäre Versorgung mit anschließender geriatrischer Rehabilitation zur vollständigen Wiedereingliederung.

Nur so ist es z.B. auch bei Patienten mit einer schweren Osteoporose möglich, dass schon einem Tag noch der operativen Behandlung einer hüftgelenksnahen Fraktur wieder die ersten Schritte unter Vollbelastung des betroffenen Beines gemacht werden können.

Hüftnaher Oberschenkelbruch („pertrochantäre Femurfraktur“) u. Versorgung mit proximalen Femurnagel (PFN-A).

Ein bisher weitgehend unbeachtetes Problemfeld machen sog. “Periprothetische Frakturen“ aus. Diese treten einerseits bei Lockerungen von Prothesen und damit verbundenen Wechseloperationen, andererseits verhalten sich die Prothesen als sog. „stress riser“, so dass es bei bestimmten Formen von Verletzungen zu Frakturen um die implantierten Prothesen kommen kann. Insgesamt ist bei der Zunahme von Prothesenimplantationen an Hüfte und Kniegelenk (ca. 250 000 - 300.000) Implantationen / Jahr in Deutschland zukünftig auch mit einer dramatischen Zunahme dieser Frakturformen zu rechnen. Eine wissenschaftliche Bearbeitung dieser insgesamt stark zunehmenden Problemfrakturen steht noch aus. Bisher liegen noch keine einheitlichen Therapieempfehlungen der Fachgesellschaften (Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie – DGU - und Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie - DGOOC) zur Behandlung dieser Problemfrakturen vor. Mit diesen Themen beschäftigt sich die AG Alterstraumatologie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie wissenschaftlich. Zur einheitlichen Gruppierung wurde durch Dr, Hockertz eine neue Klassifikation der periprothetischen Frakturen erstellt.

Oberschenkelbruch zwischen Hüft- und Kniegelenkendoprothese (sog. Interprothetische Fraktur).

Stabilisation durch winkelstabile LISS-Platte.

Die Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie arbeitet aktiv an der Entwicklung neuer Implantate zur besseren und stabileren Verankerung auch im strukturschwachen Knochen mit.

KTQ - KTQ-Reha - DIN ISO
Nahezu alle Einrichtungen im Sana-Verbund sind inzwischen zertifiziert.