Presse

Gebärmutterentfernung: „Jede sechste Frau betroffen“

Jüngst hatten interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich bei einem Informationsabend im Konferenzzentrum des Städtischen Klinikums zum Thema „Gebärmutterentfernung – State of the Art“ umfassend zu informieren. Referent an diesem Abend war Matthias Buhles, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Klinikum Wolfenbüttel.  

Laut einer ersten deutschlandweiten repräsentativen Erhebung werde jeder sechsten Frau in Deutschland die Gebärmutter entfernt, erklärte Buhles zum Auftakt der Veranstaltung. „Die Gründe hierfür sind höchst unterschiedlich und nur bei einem kleinen Teil ist Krebs die Ursache“, beruhigte der Experte die Teilnehmer der Veranstaltung. Dennoch zähle die Hysterektomie, so der Fachausdruck, zu den häufigsten Operationen im Fachbereich der Gynäkologie. „Vor 200 Jahren lag die Sterblichkeitsrate noch bei gut 30 Prozent bei beziehungsweise kurz nach der Operation. Das ist heute dank der erheblichen medizinischen Fortschritte Ende des 19. Jahrhunderts und der damit verbundenen Etablierung von Anästhesie, Hygiene, Antibiotika, wissenschaftlichen Statistiken, verbesserten Operationsverfahren und dem Komplikationsmanagement zum Glück anders“, erklärte der Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe.  

Krebs nur in sechs Prozent der Fälle die Ursache  

Die Gründe für eine Gebärmutterentfernung seien unterschiedlich und reichen von Menstruationsproblemen über gutartige Tumore bis hin zum Scheidenvorfall. Entsprechend vielfältig präsentieren sich auch die Symptome, welche unter anderem als Dauerblutungen oder auch verstärkter Druck auf die Harnblase oder den Darm auftreten können. Myome, sprich gutartige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut, sowie ein Scheidenvorfall und Menstruationsprobleme zählen laut Buhles zu den häufigsten Ursachen. Malignome (Krebs) würden lediglich in rund sechs Prozent der Fälle als Ursache für eine Hysterektomie angeführt. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung erklärte der Experte detailliert die verschiedenen Operationsmethoden. Ob vaginale oder abdominale Hysterektomie, Laparoskopische Gebärmutterentfernung oder Myomenukleation, die Operationsverfahren seien vielfältig und je nach Einzelfall werde die bestgeeignetste, mit dem Patienten abgesprochene, Variante gewählt. Am häufigsten würden Frauen im Alter zwischen 40 und 49 Jahren operiert, so Buhles, doch reiche die Altersspanne von 18 bis 79 Jahre.  

Alternative Methoden im Fokus  

Neben den klassischen und etablierten Methoden stellte der Experte auch einige Alternativen zur Hysterektomie vor. So könne bei schweren Monatsblutungen beispielsweise auch eine Ausschabung Abhilfe schaffen. Zudem wurden Verfahren wie die Thermo- und Kryoablation Endometrium, welche mit großer Hitze beziehungsweise Kälte, durchgeführt werden oder der Einsatz der Pille zur Reduktion des Monatsblutverlustes vorgestellt. Wichtig sei laut Buhles in jedem Fall die präoperative Aufklärung. So müsse im Vorfeld die Indikation und das Ziel des Eingriffes einschließlich einer Beurteilung der Erfolgswahrscheinlichkeit besprochen werden. Auch würden die entsprechenden Behandlungs- und Verfahrensoptionen sowie die nichtoperativen Alternativen stets erläutert, anschließend das präferierte Verfahren vorgestellt und auf Risiken und typische Komplikationen sowie deren Folgen hingewiesen.

Zum Abschluss der Veranstaltung stand Chefarzt Matthias Buhles dem Publikum für persönliche Fragen und Erläuterungen zur Verfügung. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Förderverein des Klinikums.

Städtisches Klinikum Wolfenbüttel
Telefon: 05331 934-0
E-Mail: info@klinikum-wolfenbuettel.de
Telefax: 05331 934-444