Medizinische Schwerpunkte

Traumatologie

Traumatologie

Die Klinik für orthopädische Chirurgie, Sporttraumatologie und Unfallchirurgie stellt rund um die Uhr die effektive und qualifizierte Behandlung von solitär-, mehrfachverletzten sowie polytraumatisierten Patienten einschließlich Wirbelsäulenverletzungen sicher. Durch die Anbindung des am Klinikum stationierten Rettungshubschraubers „Christoph 30“ (www.christoph30.com) kann eine systematische und strukturierte Versorgung von schwerverletzten Patienten bereits am Unfallort beginnend gewährleistet werden.

Zudem steht im neu erbauten Bereich der Zentralen Notaufnahme ein voll ausgerüsteter Schockraum und modernste digitale Röntgentechnik für die Notfallversorgung zur Verfügung.

Unser Klinikum ist in das Traumanetzwerk Nordost-Niedersachsen eingebunden. Für die weitere Versorgung Schädel-Hirn-Verletzter besteht eine enge Kooperation mit den umliegenden Neurochirurgischen Kliniken.

Moderne Traumatologie

Die Entdeckung der Antisepsis/Asepsis Mitte des 19. Jahrhunderts, die Entwicklung von Narkosemitteln sowie der Entwicklung der Röntgentechnik 1895 durch Konrad Röntgen schufen die Voraussetzung, gezielt operativ tätig zu werden.

Die ersten Beschreibungen von Platten-/ Schraubenkonsruktionen an Knochen durch Carl Hansmann datieren aus dem Jahr 1886.

Trotzdem blieb die Knochenbruchbehandlung zunächst eine Domäne der konservativen Therapie. Erst ab Anfang der 60er Jahre durch die maßgebliche Förderung durch die Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AO), die für eine Vereinheitlichung und Strukturierung der operativen Knochenbruchbehandlung sorgte, nahm die operative Traumatologie eine beschleunigte Entwicklung.

Wurde zunächst versucht, eine exakte Wiederherstellung des Knochens mit hoher mechanischer Stabilität durch den Einsatz möglichst vieler Schrauben und Platten zu erreichen, zeigte sich hierbei allerdings eine Kompromittierung der Durchblutung des Knochens mit der Folge von Heilungsstörungen und Infekten.

In den späten 80er- und 90er-Jahren war die operative Frakturbehandlung durch den Begriff „biologische Osteosynthese” geprägt. Die lange praktizierten Plattenosteosynthesen mit exakter anatomischer Reposition von Frakturen wurden zugunsten sog. biologischer Osteosyntheseverfahren weitestgehend verlassen.

Es handelt sich hierbei um minimalinvasive Verfahren, die ohne weitere Kompromittierung der Frakturzone in gedeckter Operationstechnik implantiert werden (z. B. Verriegelungsmarknägel) und die eine frühe funktionelle Nachbehandlung, in vielen Fällen sogar die volle Belastbarkeit der verletzten Extremitäten erlauben. Mit diesen Fixationstechniken konnte die Knochenbruchheilung wesentlich effektiver und häufig schneller erreicht werden als mit den herkömmlichen Techniken. Dies gilt insbesondere für Frakturen mit großen Trümmerzonen.

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen haben sich bei der Implantationstechnik sowie den Implantaten in den letzten Jahren dramatische Neuerungen ergeben. So ermöglichen sog. „winkelstabile“ Implantate eine Überbrückung einer Frakturzone, ohne den Knochen durch zusätzlichen Auflagedruck zu schädigen. Dies ermöglicht ein weichteilschonendes Operieren ohne ausgedehnte Zugangsnarben.

Schienenlagerung und Repositionstechnik aus dem Mittelalter
Knochennekrose der Tibia nach offener Doppelplattenosteosynthese mit Kompressionsplatten
Versorgung einer Tibiafraktur druch minimal-invasive LISS-Platte.

Endoprothetik

Endoprothetik

Eine zunehmende Zahl von – nicht nur alten- Menschen leidet unter Gelenkverschleiß oder –zerstörung degenerativ oder nach Unfällen. Viele von ihnen benötigen Hilfe, in dem das betroffene Gelenk durch ein künstliches Gelenk - Endoprothese - ersetzt wird. Durch diese Maßnahmen gelingt es in aller Regel Schmerzen zu nehmen und eine gute Mobilität wiederzugewinnen. Wir bieten in unserer Klinik nahezu alle Verfahren zum Gelenkersatz von Voll- oder Teil-Endoprothesen an:

  • Schultergelenk
  • Ellenbogengelenk und Speichenköpfchen
  • Hüftgelenk
  • Kniegelenk
  • Sprunggelenk
  • Wechseloperationen bei abgenutzten oder gelockerten Endoprothesen

Im Bereich des Hüft- und Schultergelenkes werden sowohl zementlose Systeme als auch zementierte Prothesen vorgehalten. Hier bedarf es präoperativ der individuellen Beratung, welches System für den jeweiligen Patienten am besten geeignet ist.

Präoperativ erfolgt die Vorstellung der Patienten in unserer Ambulanz (Tel. Kontakt: 05331 934-3489) zur persönlichen Planung des Eingriffes und Terminabsprache.

Noch während des stationären Aufenthaltes wird ein individueller Plan zur Weiterbehandlung erstellt.

Dieser sieht die weitere Behandlung entweder im Rahmen einer Anschlussheilbehandlung (AHB) in unseren Kooperationskliniken (Bad Harzburg, Bad Lauterberg, etc.) oder als ambulante Rehabilitation in einer entsprechenden Einrichtung gemäß einem Nachbehandlungsschema vor.

Darüber hinaus führen wir in zunehmender Anzahl den Austausch von verschlissenen oder gelockerten Endoprothesen durch.

Schulterendoprothese
Schulterendoprothese
Knie-TEP mit Korrektur der Beinachse
Sprunggelenkendoprothese

Wirbelsäulenchirurgie

Wirbelsäulenchirurgie

Wirbelsäulenverletzungen treten oft im Rahmen von Hochrasanztraumen auf und können teilweise schwerste Dauerfolgen hinterlassen. Aber auch langsam fortschreitende Veränderungen der Wirbelsäule aufgrund eines Tumorleidens oder Metastasenbesiedlung, Formveränderung durch ältere Fraktur bei Osteoporose können zu zunehmenden Beschwerden bis hin zu Lähmungen führen.

Durch die Entwicklung und Verbesserung der diagnostischen Möglichkeiten (Computertomographie und Kernspintomographie) haben zu einem besseren und differenzierten Verständnis der einzelnen Verletzungen und Veränderungen beigetragen. Hierauf basierte die Entwicklung spezieller Implantate und neuer Operationstechniken.

Die Gefahr einer Verletzung des Rückenmarkes oder der Nervenwurzeln macht die besondere Bedeutung der Wirbelsäulenverletzungen aus, da Querschnittslähmungen Verletzungen mit außerordentlich schweren Folgen für die Betroffenen, ihre Familie und Umgebung sind. Neurologische Defizite entstehen bei etwa 40% aller Patienten mit Verletzungen der Halswirbelsäule und bei etwa 15 - 20% mit Verletzungen der Brust- und Lendenwirbelsäule. Knapp die Hälfte aller traumatischen Querschnittslähmungen ist komplett.

Die Prognose der neurologischen Ausfälle hängt entscheidend vom Ausmaß der primären Verletzung und der frühen Einleitung einer adäquaten Behandlung ab. Bei kompletter Querschnittslähmung ist nach Abschluss der ersten 24 - 48 Stunden mit keiner bedeutsamen neurologischen Erholung mehr zu rechnen. Bei partiellen Querschnittslähmungen hingegen ist mit einer bedeutsamen, funktionellen Erholung bei mehr als 60% der Patienten auch zu einem späteren Zeitpunkt zu rechnen.

Es kommen moderne Operationsverfahren, teils mit Ersatz von Wirbelkörpern zum Einsatz und tragen zu einer deutlichen Verbesserung der Behandlungsergebnisse bei.

Verschraubung einer Dens-Fraktur (2. Halswirbelkörper)
Dorso-ventrale Versorgung einer Wirbelkörperberstungsfraktur

Beckenchirurgie

Beckenchirurgie

Die Behandlung von Beckenverletzungen ist auch heutzutage noch anspruchsvoll und komplikationsreich. Nicht nur die komplizierten anatomischen Gegebenheiten sondern auch die häufig anzutreffenden lokalen und allgemeinen Begleitverletzungen erschweren das primäre Management und die definitive Therapie.

Das Becken besteht aus dem Kreuzbein sowie den im Laufe der Entwicklung zu einem Knochen fusionierten Darm-, Sitz- und Schambein. Diese Knochen sind vorn in der Symphyse sowie in den Kreuz-Darmbeingelenken beweglich miteinander verbunden und bilden einen stabilen „Ring“, der einwirkende Kräfte nach oben in die Wirbelsäule oder nach unten in die Beine ableitet.

Verletzungen des Beckens können dieses stabile Ringsystem unterbrechen. Brüche des vorderen Beckenringes (Scham- und Sitzbein) sind häufige Verletzungen des höheren Alters, können jedoch aufgrund der verbleibenden stabilen Situation des Beckens in der Regel konservativ behandelt werden.

Ist dagegen der hintere Beckenring oder das Kreuzbein mitbetroffen, so kann das Ringkonstrukt des Beckenringes instabil werden. Eine mögliche Folge ist eine Höhenverschiebung der frakturierten Beckenhälften.

Zur genauen Diagnostik der Beckenverletzungen ist neben der konventionellen Röntgendiagnostik die Schnittbildgebung mittels Computertomographie nicht mehr wegzudenken. Durch Rekonstruktionen in verschiedenen Ebenen kann der Bruchverlauf genau dargestellt und analysiert werden. Anhand dieser Daten kann eine Entscheidung über das weitere therapeutische Regime getroffen werden.

Der Leiter der Klinik, Dr. Th. J. Hockertz hat zur minimal-invasiven Versorgung der instabilen Beckenringfraktur eine spezielle Platte entwickelt, die in zunehmendem Masse zur standardisierten Versorgung dieser Verletzungen benutzt wird.

Die komplexe Beckenverletzung ist dabei eine eher seltene Verletzung. Nur etwa 1 - 2 % aller Beckenfrakturen gehen mit akut lebensbedrohlichen pelvinen Blutungen einher. In diesen Fällen kann jedoch nur eine sofortige Intervention unter Anwendung eines prioritätenorientierten Diagnostik- und Therapiekonzeptes das Leben des schwerstverletzten Patienten retten.

Frakturen der Hüftgelenkspfanne (Acetabulum) stellen als Gelenkfrakturen stark belasteter Gelenke auch heute noch höchste Anforderungen an Management und Therapie. Verbleibende Fehlstellungen sowohl nach operativer als auch konservativer Therapie münden beinahe zwangsläufig in einer posttraumatischen Arthrose mit entsprechenden klinischen Beschwerden, wie Belastungsschmerzen, Mobilitäts- und Bewegungseinschränkungen.

Transforaminale Kreuzbeinfraktur im CT.
Polytraumatisierte Patientin. Versorgung der Sacrumfraktur mit winkelstabiler ileo-iliacaler Platte
Rekonstruktion einer Acetabulumfraktur.

Kindertraumatologie

Kindertraumatologie

Die Kindertraumatologie stellt einen selbstständigen Bereich in der Unfallchirurgie dar. Das Augenmerk liegt hier einerseits im Erkennen der kindlichen Knochen-, Gelenk- und Bandverletzungen, andererseits gilt es, eine „kindergerechte Behandlung“ mit allen Mitteln durchzuführen, was größtenteils völlig andere Strategien und Behandlungsmethoden im Vergleich zur „Erwachsenentraumatologie“ verlangt. Dazu bedarf es in erster Linie profunder Kenntnisse des Knochenwachstums. Eine effiziente Behandlung kindlicher Brüche muss immer die Korrekturmechanismen am wachsenden Skelett in Abhängigkeit vom Alter mitberücksichtigen.

So können beispielsweise eine Reihe von Brüchen selbst mit einer deutlichen Fehlstellung bei Kindern bis etwa zum 10. Lebensjahr konservativ behandelt werden. Durch das noch hohe Korrekturpotenzial des wachsenden Knochens kommt es zu einer raschen Ausheilung und Korrektur der Fehlstellung.

Ältere Kinder bedürfen dagegen häufig einer exakten Einrichtung von Knochenbrüchen und ggf. einer operativen Stabilisation, um eine achsengerechte Ausheilung zu erreichen.

Eine Besonderheit stellen die sog. „Übergangsfrakturen“ dar, Gelenkfrakturen des fast ausgereiften Skelettes in der Phase der Verknöcherung der Wachstumsfugen, welche exakt eingerichtet und stabil versorgt werden müssen.

Unterarmschaftfraktur. Stabilisation durch intramedulläre Markdrahtung.

Alterstraumatologie

Alterstraumatologie

In Deutschland waren im Zeitraum von 2002 bis 2004 jährlich über 200.000 stationäre Behandlungen aufgrund einer Verletzungen von Patienten im höheren Lebensalter in Deutschland zu verzeichnen. Der demographische Wandel der Bevölkerung wird dazu führen, dass beispielsweise im Jahr 2050 jeder Dritte in Deutschland 60 Jahre oder älter sein wird. Parallel hierzu wird die Häufigkeit von typischen Verletzungen des Alters bedingt durch eine osteoporotische Schwächung des Knochens zunehmen.

Dieses bedeutet eine gewaltige Kostensteigerung der Behandlungen in den kommenden Jahren.

Aufgrund der enormen medizinischen und ökonomischen Bedeutung wurde die Arbeitsgemeinschaft für Alterstraumatologie (im Rahmen der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie) gegründet. Chefarzt Dr. Hockertz ist konstituierendes Mitglied dieser Arbeitsgemeinschaft.

Link zur Arbeitsgemeinschaft

Ziel ist die Erfassung der Versorgungsrealität der Alterstraumatologie in Deutschland sowie die Erarbeitung eines einheitlicher Klassifikationssysteme bei speziellen Verletzungen im Alter sowie die Entwicklung von Algorithmen zur Behandlung. Aufgrund der besonderen biologischen Voraussetzungen kommt es bei älteren Menschen zu typischen Verletzungen und Knochenbruchformen. Die Verletzung der Hüfte und des hüftnahen Oberschenkels ist am häufigsten. Im Bereich der oberen Extremität ist der handgelenksnahe Speichenbruch sowie der Bruch des Oberarmkopfes die häufigsten Verletzung. Hand- und Fußverletzungen sind selten.

Auf die Gesamtbevölkerung von Deutschland hochgerechnet, werden jährlich über 300.000 Knochenbrüche bei Patienten im höheren Lebensalter stationär therapiert.

Da es gerade für diese Patienten besonders wichtig ist, schnell wieder das alte Aktivitätsniveau zu erreichen und eine drohende Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, werden besondere Operationsverfahren und modernste Implantate eingesetzt.

Der Patient im hohen Lebensalter leidet häufig an mehreren Erkrankungen und benötigt eine interdisziplinäre Versorgung mit anschließender geriatrischer Rehabilitation zur vollständigen Wiedereingliederung.

Nur so ist es z.B. auch bei Patienten mit einer schweren Osteoporose möglich, dass schon einem Tag noch der operativen Behandlung einer hüftgelenksnahen Fraktur wieder die ersten Schritte unter Vollbelastung des betroffenen Beines gemacht werden können.

Ein bisher weitgehend unbeachtetes Problemfeld machen sog. “Periprothetische Frakturen“ aus. Diese treten einerseits bei Lockerungen von Prothesen und damit verbundenen Wechseloperationen, andererseits verhalten sich die Prothesen als sog. „stress riser“, so dass es bei bestimmten Formen von Verletzungen zu Frakturen um die implantierten Prothesen kommen kann. Insgesamt ist bei der Zunahme von Prothesenimplantationen an Hüfte und Kniegelenk (ca. 250 000 - 300.000) Implantationen / Jahr in Deutschland zukünftig auch mit einer dramatischen Zunahme dieser Frakturformen zu rechnen. Eine wissenschaftliche Bearbeitung dieser insgesamt stark zunehmenden Problemfrakturen steht noch aus. Bisher liegen noch keine einheitlichen Therapieempfehlungen der Fachgesellschaften (Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie – DGU - und Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie - DGOOC) zur Behandlung dieser Problemfrakturen vor. Mit diesen Themen beschäftigt sich die AG Alterstraumatologie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie wissenschaftlich. Zur einheitlichen Gruppierung wurde durch Dr, Hockertz eine neue Klassifikation der periprothetischen Frakturen erstellt.

Die Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie arbeitet aktiv an der Entwicklung neuer Implantate zur besseren und stabileren Verankerung auch im strukturschwachen Knochen mit.

Osteoporose:
Abnahme der Knochensubstanz
Versorgung einer Oberarmkopffraktur mittels inkelstabiler Plattenosteosynthese
Oberschenkelbruch zwischen Hüft- und Kniegelenkendoprothese (sog. Interprothetische Fraktur).

Stabilisation durch winkelstabile LISS-Platte.
Distale Radiusfraktur mit streckseitiger Trümmerzone. Versorgung mit winkelstabiler Radiusplatte.
Hüftnaher Oberschenkelbruch („pertrochantäre Femurfraktur“) u. Versorgung mit proximalen Femurnagel (PFN-A).
 

Fuß- und Sprunggelenkschirurgie

Fuß- und Sprunggelenkschirurgie

Neben der Versorgung von akuten Verletzungen im Bereich des Sprunggelenkes und des Fußes liegt ein weiterer Schwerpunkt in der Rekonstruktion von verschlissenen oder chronisch instabilen Sprunggelenken.

So kann nach einer Bandverletzung im Bereich des oberen Sprunggelenkes eine Instabilität verbleiben, so dass ein häufiges Umknicken des Fußes resultiert. Nach Ausschöpfen konservativer Behandlung (Krankengymnastik, Kräftigungsübungen, etc.) ist bei anhaltenden Beschwerden eine operative Therapie indiziert. Hierbei kommen indikationsabhängig verschiedene operative Verfahren zu Einsatz. Ziel ist hierbei eine anatomische Wiederherstellung des Aussenbandapparates.

Verschlissene schmerzhafte Sprunggelenke (durch Überbelastung oder als Unfallfolge) mit einer ausreichenden können mit einer Sprunggelenkprothese (Mobility, Fa. DePuy) versorgt werden. Die Prothese besteht aus drei Komponenten (tibialer und talarer Gelenkflächenersatz mit einem Kunststoffgleitkern). Die Prothese zeichnet sich durch eine geringe Dimensionierung und ein damit verbundenes knochensparendes Operationsresultat aus.

Bei weitreichender Zerstörung des Gelenkes oder einer instabilen Situation kommen auch Versteifungsoperationen zum Einsatz.

Eine der häufigsten Krankheitsbilder im Bereich des Fusses ist die erworbene Ballenzehe. Die Therapie richtet sich hierbei nach dem Ausmaß der Erkrankung. Wichtig ist die gezielte Auswahl des für den individuellen Patienten geeigneten Therapiekonzeptes. Zur Therapie des Hallux valgus stehen daher indikationsabhängig  sowohl knöcherne als auch weichteilige Korrekturmaßnahmen, meist in Kombination am Großzehengrundgelenk zur Verfügung. Angestrebt wird hierbei (wenn möglich) die Erhaltung des Großzehengrundgelenkes.

In Kombination mit einem Hallux valgus treten häufig Deformitäten (Hammerzehen, Krallenzehen) der Kleinzehen auf. Auch hier gilt es, eine genaue Indikation eine eventuell notwendige operative Korrektur zu stellen.

Bei arthrotisch veränderten Gelenken ist jedoch neben dem Ausschöpfen von konservativen Therapiemassnahmen (Einlagenversorgung, Krankengymnastik, Infiltrationstherapie) ein operativer Eingriff zur Schmerzreduktion unumgänglich.

Hierbei kann indikationsabhängig eine Teilabtragung des veränderten Gelenkes (Cheilektomie) oder eine Versteifung (Arthrodese) notwendig werden.

Versorgung einer intraartikulären Fersenbeinfraktur mit winkelstabiler Platte
Arthrose des oberen Sprunggelenkes. Implantation einer Sprunggelenksendoprothese.
Hallux valgus, Korrektur durch köpfchennahe Osteotomie

Rekonstruktive Chirurgie

Rekonstruktive Chirurgie

Angeborene oder durch Krankheiten oder Unfälle erworbene Fehlstellungen können erhebliche Probleme für die Funktionsfähigkeit eines Gelenkes, einer Extremität oder für das gesamte Achsenskelett mit sich bringen. Ein Schwerpunkt unserer Klinik liegt in der Analyse und Korrektur derartiger Fehlstellungen. Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist die strukturierte Analyse der zu rekonstruierenden Fehlstellung.

Hier kommen spezielle Röntgenprojektionen, Computertomographie mit mehrdimensionaler Rekonstruktion und andere Verfahren zum Einsatz. Anschließend erfolgt eine gründliche präoperative Planung und Taktik mit Auswahl des am besten geeigneten Implantates. Die Bandbreite reicht von vorgeformten, speziell für rekonstruktive Zwecke industriell entwickelte Implantaten bis hin zum individuell angepassten Fixateur (z. B. Ilisarov).

Auch bei meist posttraumatisch geschädigten Sehnen- und Bandstrukturen kann über spezielle Ersatzoperationen ein Sehnenersatz geschaffen bzw. eine erneute Bandführung eines Gelenkes wiederhergestellt werden.

Angeborene oder erworbene Fehlstellungen des Achsenskelettes können nach genauer und individueller präoperativer Analyse durch Umstellungsoperationen wieder korrigiert werden. Korrekturoperationen können aber auch bei falsch verheiltem Knochen oder nicht verheilten Knochenbrüchen (Pseudarthrose) notwendig werden.

Rekonstruktive Chirurgie

Sportverletzungen und Arthroskopie

Sportverletzungen und Arthroskopie

Ein Großteil der sportmedizinischen Operationen an Gelenken ist heutzutage mit minimalinvasiven Verfahren möglich (Arthroskopie). Daher sind die arthroskopischen Behandlungstechniken an Kniegelenk, Schulter, Sprunggelenk und Ellenbogen ein besonderer Schwerpunkt

Vielfach durchgeführt werden Bandersatzoperationen am Kniegelenk, bei denen ein gerissenes vorderes- oder hinteres Kreuzband durch eine körpereigene Sehne ersetzt wird. Auch am Schultergelenk kommen nach einer Verrenkung (Luxation), einem Sehnenriss, oder einer Enge des Schulterdaches (Impingementsyndrom) arthroskopische Verfahren zum Einsatz.

Chronische Instabilitäten am oberen Sprunggelenk können infolge von Umknickverletzungen mit nicht stabil ausgeheiltem Kapsel-Band-Apparat entstehen. Bleibt eine stabilisierende krankengymnastische Beübung ohne Erfolg, so können bandplastische Operationen mit Rekonstruktion des Aussenbandapparates durchgeführt werden.

Die Knorpelzelltransplantation, die Knorpel-Knochentransplantation oder Korrekturen der Beinachsen zum Ersatz oder Erhalt von Knorpel sind jedoch auch heute nur als offene Operation möglich.

Die operative Korrektur der Beinachse erlebt Dank moderner Verfahren zur Stabilisierung des Knochens eine Renaissance. Bei einseitigem Kniegelenksverschleiß (Arthrose) kann die Implantation eines Kunstgelenkes (Endoprothese) durch eine Umstellungsosteotomie um etliche Jahre verzögert werden.

Unser Ziel ist stets eine möglichst frühe Rückkehr zur sportlichen und beruflichen Aktivität und die Wiedererlangung der vollen sportlichen Leistungsfähigkeit.

 

 

Arthroskopie 01
Arthroskopie des Sprunggelenkes. Links normale Knorpleverhältnisse. Bild 2+3 zeigen ein lockeres Knorpelfragment bei Osteochondrosis dissecans. Bild 4 mit Knorpeldefekt nach Resektion des Fragmentes.
Arthroskopie 02

Knochen- und Weichteiltumore

Knochen- und Weichteiltumore

Bösartige Knochen- und Weichteiltumore sind insgesamt selten (30 Fälle/Jahr/ 1 Millionen Einw.). Die Prognose dieser bösartigen Tumore hat sich durch den Einsatz multimodaler Therapiekonzepte wesentlich verbessert. Vorraussetzung ist allerdings eine fachgerechte Betreuung, schon bevor die Dignität des Tumors gesichert ist.

Gutartige Weichgewebstumore wie Lipome, Fibrome, Hämangiome (Blutgefäßgeschwülste) sind häufig, bedürfen jedoch bei eindeutiger klinisch-radiologischer Diagnosestellung und ohne Größenzunahme keiner chirurgischen Therapie. Hier sollte nur chirurgisch vorgegangen werden, wenn eine Größenzunahme zu verzeichnen ist und damit der Verdacht auf eine bösartige Umwandlung geäußert werden muß. Eine operative Behandlung ist auch indiziert wenn durch die Größe oder Lage der Geschwulst Gelenke behindert oder Gefäß- bzw. Nervenstrukturen beeinträchtigt werden. Die Hauptlokalisation der Weichgewebstumoren liegt an den unteren Extremitäten, da hier auch etwa 45% der Körperweichteile zu finden sind.

Wie auch bei allen anderen Tumoren des Menschen existieren für den Knochen sowohl gutartige als auch bösartige Varianten, die natürlich einer unterschiedlichen differenzierten Behandlung bedürfen.

Für die weitaus häufigeren gutartigen Knochentumoren bzw. tumorähnlichen Veränderungen wie zum Beispiel die Exostose am Oberschenkelknochen, das Enchondrom am Finger oder die juvenile Knochenzyste des Oberarmknochens und das nicht ossifizierende Knochenfibrom stehen, wenn sie einer operativen Behandlung bedürfen, die Verfahren der alleinigen Resektion mit oder ohne Knochenersatz, die Kürretage mit oder ohne Knochenersatz, die Zementierung von Knochendefekten oder die Instillation von Medikamenten zur Verfügung. In der Regel lassen sich solche Knochenveränderungen damit ohne die Gefahr des Wiederauftretens zur Ausheilung bringen.

Für die bösartigen Knochentumoren, die sehr selten auftreten (Osteosarkom, Ewing-Tumoren, Chondrosarkom), gelten die onkologischen Behandlungskriterien wie für andere bösartige Tumoren auch. Dabei ist als Voraussetzung für eine Heilung die vollständige Tumorentfernung mit einer ausreichenden Schicht von gesundem umliegenden Gewebe anzusehen. Während in früheren Jahren häufig eine Amputation der betroffenen Extremität durchgeführt wurde, ist heute durch multimodale Therapiekonzepte eine extremitätenerhaltende Operation möglich.

Für solche Fälle kommen z.B. nach ausgedehnten Resektionen zusätzliche Stabilisierungsmaßnahmen nach Knochentransplantationen zur Anwendung. So lassen sich größere Knochendefekte nach Tumorresektion auch mittels spezieller Knochenverlängerung als Segmenttransport im Ilizarov-Ringfixateur behandeln

Ebenso kann bei entsprechender Indikation der Defekt nach Resektion eines bösartigen Knochentumors mit stabilen Implantaten oder einer speziellen Tumorendoprothese überbrückt werden.

In der operativen Behandlung der bösartigen Weichgewebstumoren kommt es in der Regel zu größeren Weichgewebsdefekten, die plastisch gedeckt werden müssen. Dabei kann je nach Lokalisation die Mitresektion von Gefäßen, Nerven und Teilen von Knochen erforderlich werden. Dies bedarf dann natürlich einer entsprechenden Gefäß- oder Nervenrekonstruktion bzw. einer Stabilisierung des Knochens.

 

 

Tumore 01
Gutartiges Ganglion am Kniegelenk
Tumore 02
Juvenile Knochenzyste am Oberarm mit pathologischer Fraktur
Tumore 03
Tumore 04
Bsp.: Osteosarkom des distalen Radius metaphysär bei 15jährigem Mädchen. Tumorresektion mit Defektüberbrückung durch winkelstabile Implantate. Nach Radiochemotherapie Wiederaufbau des Radius mit gefäßgestieltem Fibulatransplantat.
Tumore 05
6 Wochen postoperativ
Tumore 06
Liposarkom des Oberschenkels

Ambulantes Operieren

Ambulantes Operieren

Unsere Abteilung bietet die Durchführung von Ambulanten Operationen nach § 115 b SGB V an.

Wir bieten die Möglichkeit Ambulanter Operationen auf Facharztniveau. Viele Operationen können aufgrund des Fortschrittes in der Medizin ambulant durchgeführt werden. Zuvor muss jedoch genau geprüft werden, ob es medizinisch sinnvoll und vertretbar ist, eine Operation ambulant durchzuführen. Voraussetzung hierbei ist neben der garantierten häuslichen Versorgung des Patienten ein ausreichender gesundheitlicher Status. Sollte sich dennoch während oder nach dem Eingriff die Notwendigkeit zur Überwachung ergeben, kann der ambulante ohne große Hürden in einen stationären Kurzaufenthalt geändert werden.

Arbeits- und Wegeunfälle

Arbeits- und Wegeunfälle

Die Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle im Jahre 2006 betrug 833.502, davon 642 tödliche Unfälle. Dies entspricht einer Inzidenz von 27,6 Arbeitsunfällen pro 1.000 Vollarbeiter, wobei bestimmte Wirtschaftszweige ein besonders hohes Risiko aufweisen (Bau, Holz, Verkehr). Bei den Wegeunfällen wurden 158.769 Meldungen registriert, was einer Inzidenz von 4,6/1.000 Vollarbeitern entspricht. Das Spektrum der hierbei erlittenen Verletzungen ist sehr breit und vielfältig und reicht vom einfachen Umknicktrauma des Fußes bis zum polytraumatisierten Patienten.

Die Notfallambulanz der Klinik für orthopädische Chirurgie, Sporttraumatologie und Unfallchirurgie ist durchgehend und ganzjährig 24 Stunden geöffnet.

Leichte Verletzungen wie Umknickverletzungen und Verdrehtraumen der Gliedmaßen werden ebenso wie Schnittverletzungen an Fingern und Kopfplatzwunden ambulant behandelt. Auch unverschobene Brüche an Händen, Handgelenken und im Fußbereich werden hier nach vorheriger Röntgenuntersuchung geschient und der ambulanten Weiterbehandlung zugeführt.

Die ambulante Weiterbehandlung wird in der Regel durch qualifizierte und zum berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren zugelassene Durchgangsärzte (D-Ärzte) heimatnah fortgeführt. Dies gilt insbesondere für uns von niedergelassenen D-Ärzten zugewiesenen Patienten, die nicht zwingender Weise von uns weiterbehandelt werden müssen.

Liegen einfache Verletzungen (z. B. Kopfplatzwunden) vor, kann die ambulante Weiterbehandlung auch durch einen Allgemeinmediziner fortgeführt werden.

Komplexe Verletzungen der Hand, Brüche der langen Röhrenknochen, gelenknahe Brüche oder auch Gelenkbrüche werden nach Primärversorgung in unserer Notfallambulanz (Schmerztherapie, Reposition und Schienung der Brüche, Verbandanlage, Tetanusimpfung, etc) in der Regel operativ versorgt. In geeigneten Fällen geschieht auch dieses ambulant. Zum Teil ist zur effektiven Behandlung, Wundkontrolle und Schmerztherapie ein stationärer Aufenthalt notwendig.

Städtisches Klinikum Wolfenbüttel
Telefon: 05331 934-0
E-Mail: info@klinikum-wolfenbuettel.de
Telefax: 05331 934-444